Das erste Drittel der Saison ist vorbei. In ProA und ProB haben sich allmählich die Mannschaften herauskristallisiert, die oben um den Aufstieg und unten gegen den Abstieg spielen. Der Zweitliga-Monat November bot mit seinen vier Punktspielen diverse Höhepunkte – unter anderem zwei Triple-Doubles. Durch ihre konstanten Auftritte und kaum wegzudenkende Präsenz auf dem Feld für ihr Team hat die Redaktion der „Jungen Liga“ auch diesmal ein Quartett ausgemacht, von dem jeder Akteur sich den Titel „Youngster/Spieler des Monats“ verdient hat: Dima Rastatter und Jibril Hodges in der ProA, sowie Erik Land und Will Chavis in der ProB.
ProA – Spieler des Monats: Jibril Hodges (USC Heidelberg)
Mehr als nur die Shooter-Gene
Was für ein Monat für den USC Heidelberg. Was für offensive Ausbrüche. Was für Fabelleistungen von Jibril Hodges. Der 25-Jährige führte seine Mannschaft zu drei Siegen bei nur einer Niederlage und zeigte dabei eine vollkommen neue Seite in seinem Spiel. Der Amerikaner, von väterlicher Seite bekanntermaßen mit einem guten Auge und fein justierten Handgelenk für den Distanzwurf ausgestattet, überzeugte im November nicht nur von jenseits der Dreierlinie, sondern forcierte immer öfter den Zug Zug zum Korb. Heraus sprangen dabei zwei Partien mit 37 erzielten Punkten; im Schnitt legte Hodges 28,3 Zähler auf. Aber auch in der eigenen Hälfte griff der 1,88m-Mann beherzt zu und angelte sich durchschnittlich 6,5 Rebounds. Dass Hodges „nebenbei“ auch noch seine Mitspieler in Szene setzte und 4,5 direkte Korbvorlagen verteilte, soll an dieser Stelle natürlich nicht unterschlagen werden. Solange die Konkurrenz kein defensives Gegenmittel findet, um den Guard an die Kette zu legen, wird er den USC auch weiterhin mit seinem unablässigen Punkte-Durst nach vorn treiben – und damit sowohl eigene als auch gegnerische Fans begeistern.
November-Statistik (Pkt/Reb/As):
15 / 9 / 5 vs. Saar-Pfalz Braves
37 / 4 / 3 @ Kirchheim Knights
24 / 2 / 6 vs. Giants Nördlingen
37 / 11 / 4 @ Science City Jena
ProA – Youngster des Monats: Dima Rastatter (Chemnitz Niners)
Sicherheit geht vor
Der erste Monat ProA-Basketball war lediglich Zeit der Eingewöhnung. Eingewöhnung in ein neues Spielsystem. Ein Spielsystem, in welchem Dima Rastatter klar erkennbar seine Rolle gefunden hat. Der 21-Jährige ist aus der Rotation von Niners-Coach Anton Mirolybov schlichtweg nicht mehr wegzudenken. Das allein beweist schon die Tatsache, dass der Forward im Schnitt fast 30 Minuten pro Partie auf dem Parkett steht – und einen richtig guten Job macht. Nach unsteten Leistungen zu Saisonbeginn haben sich Rastatters Auftritte auf hohem Level eingependelt und geben Chemnitz viel Stabilität. Und das an beiden Enden des Feldes, denn Rastatter räumte im November nicht nur am Brett auf (durchschnittlich 7,0 Rebounds), sondern erwies sich auch im Angriff als ernst zu nehmende Option. Mit 12,8 Punkten pro Partie entlastete er die anderen Scorer des Teams enorm, zumal er bei hoher Trefferquote (21 von 31 Würfe aus dem Feld) extrem effizient agierte. Ein zusätzlicher Aspekt ist, dass der 2,00m-Mann in den vier Novemberspielen insgesamt nur vier Ballverluste verbuchte – ein Grund mehr für Mirolybov, seinen Youngster lange auf dem Feld zu lassen.
November-Statistik (Pkt/Reb/As):
12 / 7 / 2 @ GiroLive-Ballers Osnabrück
9 / 6 / 2 vs. BBC Bayreuth
12 / 9 / 1 @ FC Bayern München
18 / 6 / 0 vs. TV Langen
ProB – Spieler des Monats: Will Chavis (NBC)
Die Konstanz auf der Eins
Woche für Woche machte zu Saisonbeginn Laune, sich die Statistiken des Nürnberger Basketball Clubs anzuschauen. Denn dort gingen zwei Spieler an den Start, die zwillingsgleich nahezu identische Zahlen ablieferten. Bastian Doreth und Will Chavis dominierten im Gleichschritt die Geschehnisse im Backcourt der Franken, ehe die Grippewelle Ersteren aus der Bahn warf. Zwar fiel Doreth im Endeffekt nur ein Spiel aus, doch der Youngster spielte danach noch nicht wieder im Vollbesitz seiner Kräfte und kommt jetzt erst langsam wieder richtig in Schwung. Also war es an Chavis, genau das zu tun, weswegen ihn der NBC im Sommer verpflichtet. Der kleine Regisseur führte seine Mannschaft mit Bravour zu drei Siegen und einer Niederlage im November. Woche um Woche setzte Chavis seine Mitspieler in aussichtsreiche Positionen (5,0 Assists pro Spiel), musste aber auch offensiv Verantwortung übernehmen. Trotz lediglich 1,81m Länge weiß der Amerikaner, wie er genug Raum zwischen sich und seinen Verteidiger bringt, um dennoch einen guten Wurf abzufeuern (25,5 PpS). Ansonsten nutzt er mit Vorliebe das hohe Pick-and-Roll, um gezielt darauf zu reagieren, was die unter Druck geratene Verteidigung anbietet. Ob Zug ans Brett am langen Mann vorbei oder der Durchstecker auf den abrollenden Center – Chavis hat meist die richtige Entscheidung parat ist der Grund dafür, dass Nürnberg hinter dem ungeschlagenen Spitzenduo um Herten und Rhöndorf die aktuell längste Siegesserie in der ProB vorweisen kann.
November-Statistik (Pkt/Reb/As):
21 / 2 / 7 vs. SUM Baskets Braunschweig
21 / 4 / 2 @ RSV Stahnsdorf
30/ 3 / 3 @ Bayer Giants Leverkusen
30 / 3 / 8 vs. SC Rist Wedel
ProB – Youngster des Monats: Erik Land (TSV Tröster Breitengüßbach)
Aus dem Fokus in den Fokus
Was wurde nicht alles im Sommer über den fränkischen Basketball geredet und geschrieben. Rund um den Vorzeigeclub Brose Baskets Bamberg aus der Beletage wurden die Verpflichtungen von drei jugendlichen Hochkarätern bekannt gegeben. Mit Tibor Pleiß kam ein A-Nationalspieler aus Köln, mit Philipp Neumann der bestimmende Akteur des '93er Jahrgangs von den Franken Hexer, und mit Maurice Stuckey aus Ehingen ein vielseitiger Guard. „Das bedeutet aber ganz und gar nicht, dass Erik für uns aus dem Fokus gerückt ist, auch wenn es in der Öffentlichkeit vielleicht anders aussehen mag“, stellt Ulf Schabacker, Trainer des TSV Tröster Breitengüßbach unmissverständlich klar. Erik – Nachname: Land – steht immerhin schon seit drei Jahren im ProB-Kader und führte die NBBL-Mannschaft des Vereins drei Mal ins TOP4 um die nationale U19-Krone. Der Center ist zeit seines Basketball-Lebens ins Güßbacher Konzept eingebunden und soll diese Saison den nächsten Schritt machen. „Ähnlich wie Karsten Tadda vergangene Saison könnte Erik sich dieses Jahr das aneignen, was ihm noch auf dem Weg in die erste Liga fehlt“, erläutert Schabacker. „In der ProB erntet er bereits die Früchte für seinen Trainingsfleiß und seine gute Einstellung, aber um in der BBL als Vierer Fuß zu fassen, muss er seinen guten Inside-Moves noch einen stabilen Wurf von außen hinzufügen.“ Genau daran feilt der Coach mit dem 19-Jährigen unablässig. Doch was für die Offensive gilt, dass muss selbstredend auch in der Defensive angewandt werden. Schabacker: „Natürlich soll er hinten auf mal außerhalb der Zone verteidigen können, was ihm momentan noch ein wenig Probleme macht – aber auch hier sind Fortschritte erkennbar.“ Der Junioren-Nationalspieler legte im November satte 21,3 Punkte und 7,8 Rebounds pro Partie auf, was den Franken an beiden Enden des Feldes viel Stabilität verleiht. Nach bestandenem Abitur im Frühjahr hat Land nun während seines Freiwilligen Sozialen Jahres, welches er im Klinikum Bamberg absolviert, genügend Zeit, um weiterhin an seinem Spiel zu feilen und konstante Leistungen abzurufen.
November-Statistik (Pkt/Reb/As):
27 / 6 / 0 @ BC Weißenhorn
27 / 14 / 2 vs. Licher BasketBären
18 / 5 / 0 @ Würzburg Baskets
13 / 6 / 0 vs. SC Rasta Vechta
(Junge Liga / JB)
http://www.zweitebasketballbundesliga.de
erstellt am 04.12.2009