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Youngster/Spieler des Monats Dezember: Phillipp Heyden / Ruben Spoden / Henje Knopke / John Bynum

Die meisten Autofahrer werden den Dezember ob seiner eisigen Temperaturen verflucht haben. Auch die Busunternehmen, welche die Teams aus ProA und ProB durch das gesamte Bundesgebiet kutschierten, hatten mit der Eisesglätte zu kämpfen. Doch ein Blick in die Zweitliga-Hallen ließ das (Basketballer-)Herz warmwerden. Denn dort standen Youngster und Routiniers auf dem Parkett, die mit unnachgiebiger Intensität begeisterten. Die auffälligsten des adventlichen Monats: Phillipp Heyden, Ruben Spoden, Henje Knopke und John Bynum!



ProA - Youngster des Monats: Phillipp Heyden

Entwicklungsschub in der Heimat

Phillipp Heyden ist in doppelter Mission unterwegs. Bei seinem Arbeitgeber, Erstligist ENBW Ludwigsburg, sorgt der Youngster für Verschnaufpausen für die Leistungsträger. Immerhin über sechs Minuten im Schnitt schenkt ENBW-Coach Tolga Öngören dem 21-Jährigen das Vertrauen – respektabel. Eine ganz andere, nämlich viel wichtigere, hat Heyden beim Ludwigsburger Kooperationspartner Kirchheim Knights in der ProA zu erfüllen. Da zählt der Center, der die ersten Schritte unter den Körben bei seinem Heimatclub TV Marbach erlernte, zu den Leistungsträgern. Und legt dabei eine für sein Alter erstaunliche Konstanz an den Tag. 17, 14, 19, 12, so lautete seine Punkteausbeute in den letzten vier Spielen, und das unter anderem gegen so hochkarätige Konkurrenten wie Bayreuth und München. Durchschnittlich kommt Heyden in der ProA derzeit in über 25 Minuten Spielzeit auf 12,8 PpS und 4,7 RpS. Dazu überzeugt der Youngster mit einer Trefferquote von knapp 57 Prozent. Persönliches Highlight waren die 14 Punkte und sieben Rebounds im Topspiel beim Aufstiegskandidaten Nummer eins, dem BBC Bayreuth. Anfang Dezember fügten die Knights den Franken die erste Saisonniederlage zu, auch dank Heyden.

Im ausgeglichenen Kirchheimer Ensemble (gleich sechs Spieler punkten im Durchschnitt zweistellig) ist Phillipp Heyden viertbester Scorer und drittbester Rebounder – und somit aus der Stammformation des aktuellen Tabellenneunten nicht mehr wegzudenken. Es scheint, als hätte der gebürtige Schwabe nach einem Abstecher in die deutsche Hauptstadt zum TuS Lichterfelde und ALBA Berlin in seiner Heimat seine Bestimmung gefunden. „Basketballerisch war es in Berlin nicht so, wie ich erwartet hatte. Ich hatte so gut wie keine Einsatzzeiten“, erinnert sich Heyden an seine Zeit bei ALBA, die er dennoch nicht missen möchte: „Meine Profikarriere hat mit dem Schritt nach Berlin begonnen. Persönlich habe ich mich dort enorm weiter entwickelt.“ Die Rückkehr nach Ludwigsburg fiel ihm leicht. „Das Programm der ENBW und die Chance, bei den Knights in der ProA zu spielen, waren für mich interessanter.“ Interessanter und erfolgsversprechender, denn im Schwabenländle hat der 2,06 Meter große Center in kurzer Zeit einen großen Schritt nach vorne gemacht. So groß, dass die Junge Liga Phillipp Heyden für seine Leistungen im abgelaufenen Monat, in dem er die Knights zu zwei Siegen (in Bayreuth und gegen München) bei einer Niederlage geführt hat, zum Youngster des Monats in der ProA gewählt hat – herzlichen Glückwunsch!

ProA - Spieler des Monats: John Bynum

„Mr. Triple-Double“ beherrscht das Komplettpaket

Regionalliga, 2. Bundesliga, Bundesliga. Grevenbroich, Weiden, Bremerhaven, Heidelberg, Paderborn. John Redder Bynum hat in Basketball-Deutschland, unterbrochen von einem Engagement beim norwegischen Erstligisten Ulriken Eagles, schon einiges erlebt. Seit Beginn der laufenden Saison verstärkt der mittlerweile 31-jährige US-Spielmacher ProA-Neuling Crailsheim Merlins. Aus dem großen Schatten seines überaus beliebten Vorgängers und Aufstiegshelden John Griffin ist Bynum schnell herausgetreten und derzeit aus dem sportlichen Konzept der heimstarken Randfranken nicht wegzudenken - aufgrund seiner Routine und nicht zuletzt aufgrund seiner Vielseitigkeit.

Bynum beherrscht das „Komplettpaket“, er kann scoren, rebounden und nicht zuletzt seine Nebenleute erfolgreich in Aktion bringen. 16.5 Punkte, 7.5 Rebound und 5.8 Assists bringt der US-Amerikaner durchschnittlich „auf die Uhr“, gleich zweimal glückte Bynum in den zurückliegenden Wochen dabei das, was sonst im bisherigen Saisonverlauf keinem anderen Spieler in dieser Anzahl in BBL, ProA und ProB gelingen wollte – ein Triple Double. „Er verfügt über eine unglaubliche Routine und einen Schuss positive Verrücktheit, den man als Spieler auf diesem Niveau wohl einfach braucht. Und er traut sich eigentlich fast alles zu!“, charakterisiert Teammanager Martin Romig den Spielmacher, der bei den Merlins die Rolle des „Alterspräsidenten“ von Karim Aw übernommen hat und im Spiel klar das Zepter schwingt.

ProB - Youngster des Monats: Ruben Spoden

Kleine Schritte bis zum großen Wurf?

Nach zwei Siegen und zwei Niederlagen in den letzten vier Spielen haben die Aufstiegshoffnungen von Erdgas Ehingen im Monat Dezember einen leichten Dämpfer erhalten. An Ruben Spoden lag dies gewiss nicht. Der junge Forward, der sich sowohl auf der „4“ als auch auf der „3“ wohl fühlt, steuerte in diesen Partien durchschnittlich 20,5 PpS und 6,25 RpS bei. Über die bisherige Saison gesehen, kommt der gebürtige Frankfurter auf 11,5 PpS und 5,1 RpS. Spoden folgte im Sommer dem Ruf der Ehinger, nachdem er sich in den Jahren zuvor bei Eintracht Frankfurt zu einem der besten Akteure der Nachwuchs Basketball Bundesliga entwickelt hatte und zuletzt Einsatzzeiten beim ProA-Ligisten TV Langen bekam. In Ehingen zählt Spoden trotz seiner erst 20 Lenze zu den absoluten Leistungsträgern. Bereits 2007 schnupperte der Forward bei den Ehingern hinein, und zwar als Gastspieler der Urspringschule bei einem internationalen Turnier in Mailand. Unter anderem bezwangen die Urspringer dort Real Madrid. Ehingens Trainer Ralph Junge hält große Stücke auf den neuen „Steeple“: „Ruben hat sich in all den Jahren kontinuierlich weiterentwickelt. Hatte er uns in Mailand als Center geholfen, ist er inzwischen zu einem variablen Flügelspieler mit einem guten Distanzwurf gereift. In den kommenden Jahren wollen wir ihm helfen, die nächsten Schritte zu gehen.“ Ein kleinen Schritt ist Ruben Spoden im Dezember schon gegangen, denn durch seine Leistungen kürte ihn die Redaktion der Jungen Liga zum „Youngster des Monats“ in der ProB – herzlichen Glückwunsch!

ProB – Spieler des Monats: Henje Knopke

Der unscheinbare Unterschied

Es gibt nicht viele Spieler, die wahrscheinlich Zeit ihres Lebens am selben Standort spielen. Schon gar nicht, wenn sie irgendwann auf der Plattform „Junge Liga“ ihr Potential entfalten und sich für höhere Aufgaben empfehlen. Doch all das spielt für Henje Knopke alles keine Rolle. Er ist – und wird es wohl auch bleiben – die personifizierte Allzweckwaffe der Herzöge Wolfenbüttel. Als Mitglied des hochtalentierten Jahrgangs 1985 hat er in der Lessingstadt schon lange seine Rolle gefunden. Und die beschreibt dem Guard eine Daseinsberechnung auf fast jeder im Basketball erdenklichen Position. Im Laufe der Jahre hat Knopke bis auf Center schon alles mimen dürfen – aber vor allem können. Sein Ballhandling reicht, um den Ball sicher nach vorn über die Mittellinie zu bringen. Sein Auge ist so scharf, dass er intuitiv den am besten positionierten Mitspieler findet. Sein erster Schritt ist schnell genug, um vom Flügel aus am Verteidiger vorbei in die Zone zu penetrieren. Sein Körper ist so gefestigt, dass er für physischem Kontakt am Brett gewappnet ist. Das Timing beim Rebound stimmt, um auch größeren Kontrahenten diverse Abpraller vor der Nase wegzuschnappen. Um es auf den Punkt zu bringen: Henje Knopke ist die eierlegende Wollmilchsau des Wolfenbütteler Basketballs!

Der 24-Jährige muss nicht immer zweistellig punkten, massenweise Rebounds holen oder im Akkord Korbvorlagen verteilen, aber er gibt den Herzöge in den richtigen Momenten genau das was sie benötigen ohne aufzufallen. Beweis gefällig? Nichts leichter als das, denn bekanntlich lügen Zahlen nicht. Als Knopke zu Beginn der Saison verletzt fehlte verlor Wolfenbüttel prompt die ersten sechs Partien. Durchschnittlich gingen die Herzöge mit einer Differenz von -14,8 Punkten vom ProB-Parkett. Gleich bei seinem Comeback setzte es den ersten Saisonsieg, insgesamt beläuft sich 2009/2010 die Bilanz der Niedersachsen auf vier Siege zu drei Niederlagen, wenn Knopke im Aufgebot stand. Mit dem Allrounder an Bord fielen die Schlappen deutlich knapper (-6,0 Punkte) aus, die Erfolge (+4,8 Punkte) bewiesen, dass den Herzögen in engen Begegnungen bis dato ganz klar Knopkes Führungsqualitäten fehlten. Im Dezember konnten zwei von drei Ansetzungen gewonnen werden. Der designierte Guard verbuchte in der Adventszeit starke 8,3 Punkte, 5,7 Rebounds und 7,3 Assists pro Spiel. Beim Aufeinandertreffen mit Frankfurt kam Knopke gar zu einem seltenen Triple-Double – am Ende des 83:81-Erfolgs prangten 12 Zähler, zehn Rebounds und 12 Korbvorlagen auf seinem Statistikkonto.

(Junge Liga / JF / FK / JB)
 
http://www.zweitebasketballbundesliga.de
erstellt am 04.01.2010




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