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Youngster/Spieler des Monats Januar: Kai Barth / Joleik Schaffrath / Philipp Friedel / Mark Dorris

Und da ist er auch schon wieder um, der erste Monat des gefühlt gerade erst angebrochenen Jahres 2010. Und damit sind auch schon die nächsten Spiele in der "Junge Liga" absolviert worden. Die Rückrunde ist angebrochen, die Teams haben sich in ProA und ProB orientiert, haben teilweise personell nachgebessert und sind für eine spannende zweite Saisonhälfte gewappnet. Doch gab es aus der Menge von insgesamt 32 Mannschaften vier Basketballer, die im Januar durch ihre individuellen Leistungen herausstachen...



ProA – Youngster des Monats: Kai Barth ( TV Langen)

Kühler Kopf mit Biss

Es gibt zwei ganz entscheidende Positionen im Basketball, so besagt eine alte Weisheit. Die Rollen des Aufbauspielers und des mächtigen Pivoten in der Zone lassen sich nur schwer ausfüllen, wenn gewisse Grundeigenschaften dafür nicht mitgebracht werden. Ganz offensichtlich ist Kai Barth mit seinen 1,85 Meter keiner, der sich am Brett um abprallende Bälle müht oder einen ausgefeilten Skyhook an den Mann bringt. Der 20-Jährige ist dafür ein Spieler, der eine Partie lenken kann, ohne zu dominant zu wirken.

„Den großen Schritt in diese Richtung hat er sicherlich schon vergangene Saison gemacht“, beschreibt Langens Trainer Fabian Villmeter. In der Spielzeit 2008/09 hatte Kai mit seinem älteren Bruder Sebastian (jetzt BBC Bayreuth) und Nationalspieler Robin Benzing (jetzt ratiopharm Ulm) zwei deutsche Nebenspieler, die er glücklich machen und mit guten Vorlagen füttern musste. Eine Aufgabe, die er seinerzeit schon hervorragend erledigte. Villmeter: „In dieser Zeit hat Kai gelernt, wie ein ProA-Team zu führen ist.“ Nach dem Abgang der beiden Flügel haben sich die Bedingungen für den Spielmacher dieser Tage geändert, denn nun koordiniert er die Laufwege eines bis bisweilen nur aus Amerikanern bestehenden Offensiv-Quartetts. „Er war zuvor noch nie in einer solchen Situation“, gibt Villmeter zu bedenken. „Er meistert diese Aufgabe ganz hervorragend und zeichnet sich dabei als absoluter Stratege aus, der mit kühlem Kopf als Drahtzieher die wichtigen Entscheidungen trifft.“ Nicht zu unterschätzen ist auch sein unbedingter Wille, dem Team helfen zu wollen. Nach einer Verletzung im Dezember und drei Spielen Pause kommt Barth schon Anfang des laufenden Jahres zurück ins Team, um im Kampf gegen den Abstieg beeindruckend aufzuspielen. In den fünf Januar-Partien zeichnete er für durchschnittlich 9,8 Punkte, 2,8 Rebounds und 4,4 Assists verantwortlich. Die Konkurrenz weiß: Solange Barth im Aufgebot der „Giraffen“ steht, ist des Rennen um den Klassenerhalt bei den Hessen noch lange nicht zu Ende.
Für die „Junge Liga“ ist Kai Barth der Youngster des Monats – Herzlichen Glückwunsch!

ProA – Spieler des Monats: Mark Dorris (Cuxhaven BasCats)

Ein hungriger Typ mit großem Willen

Er kam vor dieser Saison direkt von der Marshall-University nach Cuxhaven und ist auf dem besten Weg, aus den großen Fußstapfen seiner namhaften Vorgänger wie Danny Gibson, Rocky Trice oder Brandon Watkins herauszutreten: Der 24-jährige, 188 cm große Mark Dorris ist bei den Nordseestädter längst zum Leistungsträger gereift und knapp hinter seinem Teamkollegen Lee Jeka mit durchschnittlich 18,3 Punkten und 3,3 Assists zweitbester Punktesammler und Vorbereiter. Zudem gilt Dorris als Verteidigungsspezialist und nimmt mit 2,3 Ballgewinnen pro Spiel in der ProA die zweitbeste Position ein.

Der zurückliegende Januar war der bislang erfolgreichste Monat für Dorris: Mit einem durchschnittlichen Effizienzwert von 23,2 (21,4 PpS, 4,2 ApS, 3,4 RpS) hatte der junge US-Boy maßgeblichen Anteil daran, dass der Tabellenzweite den Januar ungeschlagen überstehen konnten. "Mark Dorris ist einfach zu trainieren. Er hört gut zu und versucht die Anweisungen sofort umzusetzen. Er verfügt über einen unglaublichen Willen, ist hungrig und gibt jederzeit alles, um seinen Gegner zu stoppen!", lobt BasCats-Assistenztrainer Benas Matkevicius den Spielmacher, der am 16. Januar gegen Heidelberg seine bisherige Saisonbestleistung (Effizienzwert 35) ablieferte. "Im Eines-gegen-Eins ist er kaum zu stoppen, sein Mitteldistanz-Fade-Away-Sprungwurf ist kaum zu verteidigen, da er sehr hoch abspringt. Zudem ist er in der Offensive sehr kreativ und kann beidhändig abschließen", so Matkevicius weiter, dem natürlich auch einige Schwächen nicht verborgen geblieben sind: "Sein Dreier ist noch unkonstant und er muss noch lernen, sich schneller vom Ball zu trennen!" Dass Dorris die Auszeichnung zum "Spieler des Monats Januar" verdient hat, ist für Benas Matkevicius unstrittig: "Er wird von Spiel zu Spiel effektiver!"

ProB - Youngster des Monats: Joleik Schaffrath (Hertener Löwen)

Ein extrem schlechter Verlierer will die Meisterschaft

Alles redet von Ahmad Smith. Zu Recht – andererseits aber auch wieder nicht. Natürlich ist der Point Guard der Hertener Löwen hauptverantwortlich für den Höhenflug der Hertener Löwen, die inzwischen laut und vernehmlich ans Tor zur ProA klopfen. Doch was wäre ein Kapitän ohne seine Mannschaft, ohne einen zuverlässigen „Offizier“? In Herten hat diese Rolle Joleik Schaffrath inne. Der junge Power Forward spielt eine Bombensaison, markiert im Schnitt 12,9 PpS und holt 7,2 RpS. Sein Highlight im Januar: 23 Punkte und zwölf Rebounds beim 89:80-Sieg bei den Spot Up Medien Baskets Braunschweig. Im Vergleich zur Saison davor hat Schaffrath die relevanten statistischen Details mehr als verdoppelt (30:35 MpS zu 15:44, 12,9 PpS zu 4,5, 7,2 RpS zu 4,1). „Niemand hatte uns vor der Saison auf dem Zettel. Umso cooler ist es, dass es jetzt so gut bei uns läuft“, erklärt der gebürtige Oldenburger. Seine Erklärung dafür, dass die Löwen auch in dieser Spielzeit wieder so kraftvoll zubeißen: „Wir sind alle extrem schlechte Verlierer, also tun wir alles dafür zu gewinnen“, verrät Schaffrath mit einem Augenzwinkern. Zwei Double-Doubles legte der 2,06 Meter große Forward im Monat Januar auf (23/12 gegen Braunschweig, 23/10 gegen den NBC), gegen Wolfenbüttel fehlte ihm nur ein Punkt zum dritten (9/12). „Im letzten Jahr konnte ich mit meiner Spielzeit nicht zufrieden sein. Im Sommer hat mir der neue Coach Boris Kaminski gesagt, dass er mit mir plant und ich ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft werden soll.“ Das ist leicht untertrieben: Schaffrath ist aus der kleinen Rotation der Löwen nicht mehr wegzudenken, er ist der dritteffektivste U22-Akteur in ProA und ProB. Apropos ProA: Dorthin soll sein Weg führen – vielleicht schon in der nächsten Saison? „Mal sehen. Im Moment verschwende ich daran noch nicht viele Gedanken. Zuerst will ich mit Herten die Meisterschaft holen und dann sehen, wie es hier weitergeht“, verspricht Schaffrath volle Konzentration für das große Ziel: den Meistertitel in der ProB. Motivationsschub auf dem Weg dorthin sollte seine persönliche Auszeichnung sein:
Für die Redaktion der Jungen Liga ist Joleik Schaffrath der Spieler des Monats Januar – Herzlichen Glückwunsch!

ProB – Spieler des Monats: Philipp Friedel (SUM Baskets Braunschweig)

Volle Freiheit, Kreativität zu entwickeln

Die Zeichen war da. Klar ersichtlich. Zumindest ab und an, wenn das geschulte Auge genau hinzusehen vermochte. Aber es fehlte die große Konstanz im Spiel des Philipp Friedel. Jene Konstanz, welche er im Monat Januar anscheinend gefunden hat. Diese Qualität brauchen die Spot Up Medien Baskets Braunschweig auch, wollen sie den alljährlichen Kampf um den Klassenerhalt erfolgreich beenden.

Es ist, als drehe sich Coach Liviu Calin im Kreis. Jahr um Jahr hat er ein überaus talentiertes Team beisammen, welches sich in der „Jungen Liga“ entwickeln soll. Zudem ist jedoch immer fraglich, wie viel internationale Hilfe der Etat zulässt. Vergangene Saison standen zwei Amerikaner im Braunschweiger Kader, 2009/2010 ist es mit Center Lee Roberts nur einer. Das bedeutet automatisch, dass die jungen Deutschen auf den kleinen Positionen meiste gegen US-Guards ranmüssen. Gerade die defensive Verantwortung liegt dieser Tage zu großen Teilen in den Händen von Philipp Friedel, der sich als legitimer Starter auf der Aufbauposition einen Namen gemacht hat. „Er hat seine Grundausbildung als Zweier genossen“, beschreibt Calin. „Wir haben den Blick allerdings mehr auf seine Fähigkeiten als Spielgestalter gelegt und mussten natürlich auf in der Verteidigung einiges umstellen – aber wir sind auf einem guten Weg.“ Der Wechsel ist nicht einfach, immerhin soll Friedel selbst als Point Guard sein Potential als Punktemaschine nach Möglichkeit voll ausschöpfen können. „Aber er soll auch eine Kreativität entwickeln, das Spiel besser lesen und lenken lernen“, so Calin weiter. Die Balance scheint sich langsam aber sicher eingefunden zu haben, wie Friedels 22,5 Punkte und 6,3 Assists pro Spiel im Januar belegen. Calin: „Er ist ein sehr ruhiger und fleißiger Spieler, der von uns alle Freiheiten bekommt, um sein Spiel dahingehend weiter zu entwickeln, ein Einser zu werden.“
Das aktuelle Zwischenzeugnis fällt positiv aus, was ihn für die „Junge Liga“ zum Spieler des Monats macht – Herzlichen Glückwunsch!

(Junge Liga / JF / FK / JB)
 
http://www.zweitebasketballbundesliga.de
erstellt am 05.02.2010




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