Es war ein Spieltag wie gemalt für die Würzburg Baskets: Während der ambitionierte Aufsteiger sein Spiel bei den Bayer Giants Leverkusen gewann, patzten Tabellenführer Rhöndorf in Braunschweig und der Zweite Hertener Löwen in Wedel. Nach Punkten hat Würzburg nun zu Herten aufgeschlossen, Primus Rhöndorf ist nur noch einen Zähler entfernt. Wichtige Punkte im Abstiegskampf sammelten derweil die Licher BasketBären: Dank 24 Punkten und elf Rebounds von „Neuzugang“ Johannes Lischka besiegten die Hessen den SC Rasta Vechta mit 102:98.
Dank einer starken zweiten Halbzeit setzten sich die Würzburg Baskets vor 600 Zuschauern bei Aufsteiger Leverkusen durch. Und das, obwohl Christopher Hackenesch, Monty Rogers und Marko Radulovic aufgrund eines Magen-Darm-Virus passen mussten. 14 Punkte des starken Dimitry McDuffie (28 Punkte insgesamt) im ersten Viertel bescherten den Gäste eine 24:16-Führung. Leverkusen konterte und ging seinerseits kurz nach der Halbzeit mit 39:35 in Führung, ehe Daniel Cioffi übernahm: Der Guard zeigte seine beste Leistung im Baskets-Dress und erzielte sämtliche seiner 20 Punkte nach den Seitenwechsel. Cioffis Dreier zum 76:70 für Würzburg war der Dolchstoß für die Gastgeber, die am Ende mit 75:86 das Nachsehen hatte. Für die Giants erzielte Tom Spöler 17 Punkte.
Für die Überraschung des 19. Spieltags sorgten die Spot Up Medien Baskets Braunschweig. Oder besser gesagt: Philipp Friedel, Shooting Guard in Diensten der Niedersachsen. Der 22-Jährige schenkte dem Primus sage und schreibe 39 Punkte ein, versenkte fünf von neun Dreiern, verteilte sechs Assists und leistete sich nur einen Ballverlust. Dank seiner Leistung, zu der ihn offensichtlich die just vorgenommene Wahl zum Spieler des Monats beflügelte, besiegten die Braunschweiger den großen Favoriten mit 101:94. Friedel egalisierte damit den aktuellen Saison-Punkterekord von Armin Willemsen. Für die Dragons, bei denen Topscorer DeUndrae Spraggins foulbedingt nur 19 Minuten auf dem Feld stand und deshalb nur auf für seine Verhältnisse bescheidene zwölf Punkte kam, erzielte „Mr. Zuverlässig“ Chris Rojik 26 Punkte und zehn Rebounds.
Wichtige Punkte im Abstiegskampf sammelte der SC Rist Wedel, der den Tabellenzweiten Hertener Löwen nach großem Kampf mit 82:79 besiegte. Und das, obwohl mit Peter Huber-Saffer und Marvin Willoughby zwei Leistungsträger bei den Hausherren fehlten. „Wir sind von Beginn an nicht ins Spiel gekommen“, ärgerte sich Löwen-Coach Boris Kaminski über die Vorstellung seiner Truppe. Stuart Turnbull (19) und John Davis (18) waren die auffälligsten Akteure eines ansonsten ausgeglichenen Wedeler Teams. Für den Tabellenzweiten, der nun punktgleich mit Würzburg ist, erzielte Cory Abercrombie 21 Zähler.
Einen positiven Schub erhielten die abstiegsgefährdeten Licher BasketBären durch das Debüt von Johannes Lischka. Der Forward, der im erweiterten Kader der A-Nationalmannschaft steht, markierte 24 Punkte, holte elf Rebounds und hatte somit entscheidenden Anteil am 102:98-Sieg über den SC Rasta Vechta. Den Gästen nutzte auch eine Galavorstellung von Joe Buck nichts, der 25 Punkte und 14 Rebounds (Effektivität 38) erzielte.
Ein Debakel drohte zwischenzeitlich dem BC Scholz Recycling Weißenhorn gegen die Deutsche Bank Skyliners. Nach 26 Minuten lagen die Gastgeber mit 33:63 zurück. Bis dahin hatten sie sich ohne erkennbare Gegenwehr von den dezimierten Gästen (Topscorer Fabian Franke musste beim Frankfurter Beko BBL-Team die Bank wärmen) an die Wand spielen lassen. Erst als eine richtige „Klatsche“ drohte, stemmten sich die Weißenhorner gegen die Höhe der Niederlage. Dass diese mit 88:101 noch relativ moderat ausfiel, ist sicher auch der Tatsache zu verdanken gewesen, dass die Gäste vom Main angesichts der hohen Führung ein bis zwei Gänge zurück schalteten. Beste Scorer bei Frankfurt waren Willis Gardner (29), Filmore Beck (25) und Armin Willemsen (23), für Weißenhorn kam Calvin Brock auf 20 Punkte.
Kurz notiert: Speyer rutscht immer tiefer in die Krise
Immer weniger Hoffnung auf den Klassenerhalt haben die BIS Baskets Speyer. Gegen Erdgas Ehingen kassierten die Schützlinge von Trainer Rainer Chromik eine empfindliche 69:89-Niederlage. Ein 0:16-Lauf im dritten Viertel brachte die Gastgeber früh auf die Verliererstraße. Bester Mann bei Ehingen war Ruben Spoden mit 25 Punkten, für Speyer erzielte Julian Krieger 19 Zähler.
Auch ohne Spielmacher Sajmen Hauer besiegte der RSV Stahnsdorf die Herzöge Wolfenbüttel mit 78:68. Liga-TopscorerJackson Capel kam auf 26 Punkte, für Wolfenbüttel markierte Solomon Sheard in seinem letzten Spiel 17 Zähler. (JF)
Spieler des Tages: Philipp Friedel (SUM Baskets Braunschweig)
Zuerst zum „Spieler des Monats“ gekürt, dann mit 39 Punkten Spitzenreiter Rhöndorf erlegt, und jetzt auch noch die Wahl zum „Spieler des Tages“: Besser hätte das Wochenende für Philipp Friedel nicht laufen können. Der Guard der Spot Up Medien Baskets Braunschweig war der überragende Spieler beim 101:94-Sieg der Niedersachsen über die SOBA Dragons Rhöndorf. Friedel traf zwölf seiner 19 Würfe aus dem Feld (5/9 Dreier), zehn seiner zwölf Freiwürfe und verteilte zudem noch sechs Assists. In 39 Minuten Spielzeit leistete sich Friedel nur einen Ballverlust und beging kein einziges Foul. Summa summarum ergibt das einen Effektivitätswert von 36. Mit seinen 39 Punkten egalisierte der Braunschweiger zudem den aktuellen Punkterekord in der ProB, gehalten von Armin Willemsen (Deutsche Bank Skyliners). Viele gute Gründe also, um Philipp Friedel auch noch zum „Spieler des Tages“ zu küren – Herzlichen Glückwunsch!
(Junge Liga / JF)
http://www.zweitebasketballbundesliga.de
erstellt am 07.02.2010