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Zu wenig Teamplay gezeigt

Kaum zu glauben, dass dies nahezu die beiden gleichen Mannschaften waren, die am 18. Oktober letzten Jahres in der Sporthalle an der Säbener Str. in der bayrischen Landeshauptstadt aufeinander trafen! Damals hatte der USC Heidelberg die klar favorisierten Bayern gut im Griff und gewann am Ende überraschend deutlich, aber hochverdient, mit 95:82 – diesmal hatte man beim 62:85 (37:44) gegen die von Trainer Michael Schwarz ganz offensichtlich sehr gut eingestellten Münchner nicht den Hauch einer Chance.


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Hate gegen den FCB keinen guten Touch: Jibril Hodges

Beim Hinspiel bestimmten die „Riesen vom Neckar“ fast über die gesamte Spielzeit das Tempo – diesmal war es umgekehrt. „Die Bayern haben heut unser Spiel langsam gemacht“, lautete denn auch eine der Erklärungen von Trainer Daume für die relativ erschreckende Vorstellung seines Teams am frühen Sonntagabend. Besonders ärgerlich war die klare Niederlage deshalb, weil 1150 Zuschauer, unterstützt durch Werbeaktionen an Heidelberger Schulen, den Weg in den Olympiastützpunkt gefunden hatten. Eine ermutigende Kulisse, gute Stimmung in der Halle – und dann solch eine Ernüchterung! – Nur diejenigen, die zuvor wenigstens noch die Schlussphase des wichtigen Erfolges der USC-Damen, ebenfalls in der zweiten Bundesliga, gegen Herzogenaurach nach Verlängerung erlebt hatten, konnten immerhin halbwegs zufrieden nach Hause gehen, für den Großteil des Publikums war es indes eine einzige Enttäuschung. Wo sind die großartigen Vorstellungen aus der Rückrunde der vergangenen Saison geblieben?

Das USC-Team musste auf die Nachwuchshoffnung Danilo Barthel verzichten, der sich am Vormittag bei einem NBBL-Spiel eine Bänderverletzung zugezogen hatte. Eine genaue Diagnose seiner Verletzung wird erst nach der montäglichen Untersuchung bei Vereinsarzt Dr. Markus Weber vom Elisabeth-Krankenhaus feststehen. Das Fehlen des Nachwuchsspielers konnte jedoch keine Erklärung für das schwache Auftreten seiner Teamkollegen sein. Schon im ersten Viertel trafen die USC-Spieler zu viele falsche Entscheidungen und ließen vor allem das Teamplay vermissen. Kaum mal eine Passkombination über mehr als drei Stationen, dafür Einzelaktionen ohne Ende, falsche Entscheidungen im Angriff, das sah alles andere als gut aus – und führte zu einem 18:26 nach dem 1. Viertel.

Dann eine vielleicht vorentscheidende Aktion: Jibril Hodges fliegt mit Vehemenz zum Korb, zwei Bayern ihm entgegen – zweites Offensivfoul für Hodges. Sichtlich erschüttert über diese Entscheidung handelte er sich gleich noch ein technisches Foul als Zugabe ein, drittes Foul nach 11 Minuten. Damit war Hodges weitgehend aus dem Spiel – und die Bayern führten nach 13 Minuten mit 33:19.

Es folgte die beste Phase des USC. Hier deutete das Daume-Ensemble zumindest an, dass die Moral nach wie vor intakt ist. Lyndale Burleson, unter anderem mit zwei Dreiern, und Mannschaftskapitän Sebastian Adeberg spielten groß auf und brachten die Gastgeber mit zusammen 17 Punkten im 2. Viertel wieder bis auf 4 Punkte (35:39) heran. Bei Halbzeit hieß es 37:44. Bei den Gästen überragte bis dahin Kenny Barker, einer der zweifelsohne besten Spieler der Liga, mit 26 Punkten, darunter vier von sieben Dreier, zeitweise allerdings aus völlig freien Wurfpositionen.

Das dritte Viertel wurde von zwei „Monster-Dunks“ des überzeugenden Darrin Williams eröffnet. Beim 41:47 (22.) war die Partie noch offen, doch dann ging im USC-Team jeglicher Zusammenhang verloren. Kampfgeist und Engagement waren vorhanden, doch es fehlte zusehends die mannschaftliche Bindung im Angriff. Hier wirkte man als Kollektiv zeitweise hilflos. „Die Offensive hat heute nicht funktioniert“, da kann man Torsten Daume nur Recht geben. Jetzt ging nicht mehr viel – und die Bayern wurden immer stärker, immer engagierter und aggressiver in der Defense – die Partie war über 41:52 (23.) und 51:67 (3. Viertel) im Grunde gelaufen. In dieser Verfassung konnte das USC-Team auch die Tatsache, dass der neben Ex-Nationalcenter Robert Maras beste Bayern-Spieler Kenny Barker in der 31. Minute mit dem 5. Foul raus musste, nicht mehr im Geringsten nutzen. Am besten hatten auf USC-Seite diesmal Sebastian Adeberg, „Boomer“ Williams und – leider nur im 2. Viertel – Lyndale Burleson gefallen. Das war gegen den allerdings durchaus imponierend aufspielenden Tabellensechsten viel zu wenig. 54:71 (34.), 62:85-Endstand – die Bayern zeigten den Badenern diesmal ganz eindeutig, wer „die Lederhosen anhat“.

Das USC-Team findet sich damit erst einmal wieder in Abstiegsnähe und muss schleunigst neue Moral, vor allem wieder verbesserten „Teamgeist“, entwickeln, um den weiteren Herausforderungen der Saison nachhaltig begegnen zu können. Um eine gesicherte Tabellenposition zu erarbeiten, steht dem Daume-Team nun sehr viel Arbeit bevor.

USC: Adeberg 14 (6/9-Quote), Burleson 13 (2/4 Dreier, 5 Reb., 4 Ass.), Williams 12 (4 Reb.), Komarek 12 (2/3 Dreier), Vierneisel 5, Hirschberg 3, Hodges 3 (1 Dreier), Dietz, Hug, Debus.

B.München: Barker 30 (5/8 Dreier), Maras 18 (1 Dreier, 10 Reb.), Greene 15 (1 Dreier, 10 Reb.), Moore 6, Hübner 6, Mueller 5 (1), Barrett 3, Wohlers 2.

(Quelle: USC Heidelberg)
 
http://www.zweitebasketballbundesliga.de
erstellt am 07.02.2010




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