Auf die Freude über den ersten Auswärtssieg folgte die Ernüchterung. Trotz Höllenstimmung in der pickepackevollen Sportarena kassierten die Merlins gegen die Saar-Pfalz Braves ihre erste Heimniederlage (79:85).
Und ein Blick auf die Statistik macht rasch deutlich, wo die Merlins entscheidende Punkte für den durchaus möglichen Sieg, liegen gelassen haben - nämlich an der Freiwurflinie. 48:75 Prozent lautet dort die magere Ausbeute. Coach Ingo Enskat drückt das folgendermaßen aus: "Wenn man als Profi die (Frei-)Würfe nicht reinmacht, für die man hier ist und bezahlt wird oder nicht in der Lage ist, eins gegen eins zu verteidigen, ohne auf die Hilfe der Mitspieler angewiesen zu sein, braucht man sich nicht zu wundern, wenn man das Spiel verliert."
Die weiße Heimweste von Sebastian Kling und den Merlins hat einen Fleck.
Auch etwas mehr Fortune bei den Dreiern (8 von 23 verwandelt) hätte für die Gastgeber womöglich schon reichen können. In einer sehr intensiv geführten Partie begannen die Gäste aus Homburg, unterstützt von einer kleinen, aber durchaus lautstarken Fanschar, recht selbstbewusst. Zwei Dreier von Mark Mc Andrew und später einer von Daniel Dörr hielten die Merlins im Spiel. Reibel und Oladipo machten gleich nach ihrer Einwechslung mit Korberfolgen auf sich aufmerksam.
Im zweiten Viertel, als Gäste-Spielmacher Whit Holomb-Faye (24) eine erste Verschnaufpause brauchte, hatten die Merlins ihre effektivste Phase. Besonders Johnny Reibel (8 Punkte in dieser Zeit) traf für die Einheimischen, die den Rückstand bis zur Pause in einen Drei-Punkte-Vorsprung verwandelten. Allerdings verpassten die Einheimischen hier auch einfache Korbmöglichkeiten und versäumten es, weiter davonzuziehen.
Denn die Gäste legten einen Zahn zu, spielten jetzt in einer kleineren Rotation. Mirko Damjanovic (10 Punkte) blieb an der Dreierlinie unbedrängt, wobei der 2,03-Meter-Hüne auch nicht leicht zu verteidigen ist. John Bynum gab in der Offense erste Lebenszeichen und Mark Mc Andrew sorgte dafür, dass der Rückstand noch aufholbar blieb. Zu Beginn des Schlussabschnitts waren die Merlins bis auf zwei Punkte dran. Hallensprecher "Pimp" gab sein Möglichstes, die Zuschauer blieben stehen und feuerten die Mannschaft durch rhythmisches Klatschen einmal mehr frenetisch an. Erinnerungen an zahlreiche noch in der Schlussphase gedrehte Heimspiele in dieser Saison kamen auf, doch diesmal sollte es nicht sein. Mit unerklärlichen Unkonzentriertheiten und Missverständnissen im Zusammenspiel, eigensinnigen Aktionen auf eigene Faust statt geordnetem Mannschaftsspiel in der Offensive, brachten sich die Merlins um den möglichen Erfolg und handelten sich die erste Heimniederlage in der Pro A ein. Und die haben sie sich - wenn auch gegen starke und recht tief besetzte Pfälzer eingefangen - letztlich selbst zuzuschreiben. "Die Jungs müssen ihre Stärken wieder besser nutzen. Vielleicht sind wir auch zu selbstzufrieden geworden", betonte Coach Ingo Enskat in seinem Schlusswort.
(Quelle: Crailsheim Merlins)
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erstellt am 08.02.2010