Oftmals sind es die kleinen Dinge, welche im Basketball am Ende den Unterschied machen. So geschehen auch beim Zweitligaduell des RSV Eintracht Teltow / Kleinmachnow / Stahnsdorf gegen die Herzöge Wolfenbüttel. In einem packenden und von beiden Seiten sehr intensiv geführten Spiel mit vielen Führungswechseln rochen die Niedersachsen sechs Minuten vor dem Ende nach einer kleinen 5:0 Serie und der resultierenden 61:57 Führung schon ein wenig am Auswärtssieg.
Mit 26 Punkten wieder voll auf der Höhe: Jackson Capel
Doch vielleicht war genau dieser Moment letztlich entscheidend, denn während die Herzöge kurz durchzuschnaufen versuchten, kämpfte der RSV Eintracht wie ein angeschlagener Boxer gegen den drohenden Knockout und schaffte die Wende. Mit einem folgenden 16:0 Zwischenspurt setzten die Brandenburger einen fulminanten Gegenschlag.
Gästetrainer Benjamin Travnizek brauchte innerhalb dieser vier Minuten andauernden Drangphase des RSV gleich zwei Auszeiten, um seine Mannschaft wieder auf Spur zu bringen. Allerdings war es beim Stande von 61:73 zwei Minuten vor Ende schon zu spät, denn die Vorentscheidung war gefallen. ?In dieser Phase haben wir das Spiel verloren, weil Stahnsdorf dort mehr Kampfkraft gezeigt hat und wir gegen die Zonenverteidigung Probleme hatten.?, bilanzierte der enttäuschte Wolfenbütteler Trainer nach dem Spiel. Sein Gegenüber Vladimir Pastushenko war dagegen natürlich sehr zufrieden mit dem Auftreten seiner Mannschaft und mit dem Ausgang des Spiels: ?Wir haben über die gesamte Spielzeit kämpferisch eine tadellose Leistung gezeigt. Entscheidend war letztlich, dass wir das Reboundduell deutlich gewonnen haben.?, freute sich der RSV-Trainer über den am Ende vielleicht etwas zu hoch ausgefallenen 78:68 Erfolg. Dabei war Pastushenko vor dem Spielbeginn sicherlich etwas mulmig zumute, denn Spielmacher Sajmen Hauer musste mit einer fiebrigen Erkältung kurzfristig absagen. Dafür gab Center Klaus Schille nach dem Warmmachen grünes Licht. ?Die neuen Einlagen im Schuh helfen die Schmerzen an der Ferse zu lindern.?, erklärte der mit 27 Jahren erfahrenste und mit 2,09m gleichzeitig auch größte Spieler im Kader. Wie wichtig die Erfahrung und körperliche Präsenz von Schille für die junge RSV-Mannschaft ist, unterstrich er im Laufe des Spiels mehrfach. Mit 13 Punkten und 11 Rebounds hatte er entscheidenden Anteil an der Lufthoheit der Gastgeber. Terry Evans gelang in dieser Kategorie mit 20 gefangenen Abprallern sogar ein neuer Ligarekord für diese Saison. Aber selbst Niko Schumann, der mit 1,76m kleinste und mit 17 Jahren jüngste Akteur griff sich noch fünf der insgesamt 52 RSV-Rebounds (Wolfenbüttel 37). Auch darüber hinaus hatte sich Schumann ein Extralob erworfen und erdribbelt, denn durch den Ausfall von Sajmen Hauer rückte er in die verantwortungsvolle Aufgabe des Playmakers. Er erfüllte diese Aufgabe in über dreißig Minuten Spielzeit mit Bravour. Neben vier Punkten verteilte er fünf direkte Korbvorlagen, wobei ihm nur ein Ballverlust unterlief. ?Ich war heute recht zufrieden, aber am wichtigsten ist, dass wir gewonnen haben.?, gab sich der Youngster nach dem Spiel bescheiden.
Der RSV Eintracht festigte mit dem zehnten Saisonsieg damit seinen siebenten Tabellenplatz und hat erstmals beide Saisonspiele gegen Wolfenbüttel gewinnen können. Bester Werfer war in fast schon gewohnter Manier Liga-Topscorer Jackson Capel mit 26 Punkten. Einen Wermutstropfen hatte der Sieg allerdings trotzdem, denn Friedrich Lennartz zog sich eine Knöchelverletzung zu. ?Friedrich hat mit einem Dunking toll angefangen und musste dann draußen bleiben. Hoffentlich ist es nichts ernsthaftes.?, hofft Vladimir Pastushenko.
RSV: Capel 26, Evans 14, Modersitzki 13, Schille 13, Langer 6, Schumann 4, Lennartz 2, Bloch, Michalak
Wolfenbüttel: Theis 17, Sheard 17, Kemp 13, Morinia 10, Knopke 5, Mölle 4, Pink 2, Nawrocki, Seebode
(Quelle: RSV Stahnsdorf)
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erstellt am 07.02.2010