Eine ganze Saison, einem Ziel untergeordnet. Eine Mannschaft, total fokussiert und hart arbeitend, um nach vielen Monaten die Früchte zu ernten. Wenn am 15. und 16. Mai die gemeinsame TOP4-Endrunde von JBBL und NBBL in Bamberg stattfinden wird, dann sollen nach Möglichkeit zwei einheimische Teams auf dem Parkett stehen. „Ganz klar: Unser Ziel ist das Erreichen des TOP4. Darauf arbeiten wir seit Juni letzten Jahres hin“, sagt Mirko Petrick, Trainer des JBBL-Teams des TSV Tröster Breitengüßbach.
Im fränkischen Idealfall schafft es neben dem U16-Team auch die NBBL-Mannschaft wieder unter die besten Vier Deutschlands – dort, wohin es die Güßbacher schon bei den drei vorherigen Endrunden geschafft hatten.
Es ist nicht wie bei anderen Clubs, die sich vornehmen, aufzusteigen, einen Titel zu holen oder vielleicht nicht abzusteigen. Der TSV Tröster betrachtet speziell sein JBBL-Team als Projekt, das zwei Ziele verfolgt: die Spieler individuell bestmöglich auszubilden, und vor eigenem Publikum die erste JBBL-Meisterschaft überhaupt ins Frankenland zu holen. „Wir haben extrem viel Talent in unserer Mannschaft. Sie weiß nur noch nicht richtig, damit umzugehen. Doch nicht nur deswegen gehen wir mit unserem Ziel, die Meisterschaft zu holen, offensiv um. Etwas anderes wäre hier auch nicht zu verkaufen“, lächelt Petrick, der um den hohen Grad der Basketball-Verrücktheit, die in und um Bamberg herum herrscht, weiß – der Spitzname „Freak City“ kommt nicht von ungefähr.
Mit akribischer Vorbereitung, einem umfangreichen Trainingspensum (außer montags tägliches Individual- und Mannschaftstraining, zwei Spiele am Wochenende) und Maßnahmen, die über das Sportliche hinaus gehen, wollen die Verantwortlichen den Erfolg planen, am Reißbrett sozusagen. Vier Coaches und zwei Athletiktrainer kümmern sich um 24 Jugendliche, die das U16- und U15-Team bilden. Beide Mannschaften trainieren zusammen, die U15-Mannschaft firmiert unter dem Dach von Kooperationspartner BG Regnitztal. „Wir hatten schon in unserem Sommer-Camp, wo wir unser JBBL-Team zusammengestellt haben, einen enorm hohen Konkurrenzdruck. Für den sportlichen Erfolg ist das eine ideale Konstellation“, sagt Petrick. „Druck“ ist ein gutes Stichwort, um die tägliche Jugendarbeit in Breitengüßbach zu beschreiben. „Sollten wir wirklich das TOP4 vor eigenem Publikum erreichen, dann wird das der Wahnsinn. Auf diese Situation wollen wir die Jungs schon jetzt vorbereiten, denn damit könnten sie sonst nicht umgehen“, weiß der Coach um die Atmosphäre und die Erwartungshaltung, die seinen Schützlingen entgegen schlagen wird. „Aus diesem Grund arbeiten wir schon während der Hauptrunde nicht nur individuell und mannschaftlich im sportlichen Bereich, sondern auch im mentalen.“ Das Team wird regelmäßig mit Situationen konfrontiert, die Stress erzeugen. „Wir hatten jetzt beispielsweise eine lange Pause in der Meisterschaft. Mit dem nächsten Spiel gegen Gießen gehen wir deshalb besonders um, schrauben die Erwartungen bewusst hoch“, erläutert Petrick.
Eine hausgemachte Drucksituation hatte sich das Güßbacher JBBL-Team bereits früh in der Saison selbst eingebrockt. In Jena kassierten die Franken überraschend ihre erste und bislang einzige Saisonniederlage. Drei Monate später revanchierten sich die Tröster-Boys mit einem eindrucksvollen 87:46-Sieg. „Die Jungs haben nun einmal selbst gesehen, wie sie verteidigen können, wenn sie es selbst wollen“, zeigte sich Petrick zufrieden mit dem raschen Reifeprozess seiner Truppe. Athletisch und taktisch habe man in den letzten Wochen und Monaten eine sehr gute Entwicklung genommen. „Das, was uns noch fehlt, ist eine gewisse Winner-Mentalität“, sagt Petrick. Übersetzt heißt das so viel wie: Man muss auch mal Schwein sein, um an sein Ziel zu kommen. Mit fairen Mitteln selbstverständlich…
Web-Tipp:
http://basketball.tsvbreitenguessbach.de
www.bg-regnitztal.de
(JBBL / JF)
http://www.zweitebasketballbundesliga.de
erstellt am 11.02.2010