Die Fakten vorweg: Die Würzburg Baskets haben das Gipfeltreffen des 23. Spieltags gegen die Hertener Löwen 67:65 gewonnen und sich damit auf den zweiten Tabellenplatz vorgeschoben. Fakt ist aber auch, dass die Mannschaft von Trainer Marcel Schröder den direkten Vergleich nicht für sich entscheiden konnte und die Truppe aus dem Ruhrgebiet für die restlichen sieben Spieltage umso hartnäckiger im Genick wird sitzen haben.
Den besseren Start in der mit knapp über 3.000 Zuschauern prall gefüllten s.Oliver-Arena hatten die Gäste. Von Coach Boris Kaminski hervorragend auf Würzburg eingestellt, machten sich die Löwen daran, eine nach Vorentscheidung schreiende Differenz zwischen sich und die Gastgeber zu bringen (12:28, 17. Minute). Doch die Hausherren konterten und brachten sich nach der Halbzeitpause wieder selber zurück ins Spiel, wobei der von der Bank kommenden und mit nicht ganz auskuriertem Außenbandriss auflaufenden Christoph Hackenesch (elf Punkte, neun Rebounds) den „Energizer“ mimte. Immer wieder suchte die Schröder-Truppe mit Erfolg den Weg ans Brett – am Ende des Tages sollten die Baskets in der Zone 32 Punkte, die Löwen lediglich zehn Zähler erzielt haben. Auch bei der Reboundverteilung war das Kräfteverhältnis deutlich (Würzburg: 38; Herten: 29). Doch die Löwen wären nicht die Löwen, wenn sie diesen Nachteil nicht irgendwie kompensieren würde. Und so ließen Ahmad Smith (16 Punkte, sechs Rebounds, sechs Assists) und Co. Unmengen Würfe von jenseits der Dreierlinie fliegen. Satte elf Schüsse (bei 28 Versuchen, 39,3 Prozent) von „Downtown fanden ihr Ziel und gestalteten die Partie auf der Schlussgeraden offen.
Im letzten Viertel machte sich dann aber doch der Kräfteverschleiß bei den Göste, die mit einer Siebener-Rotation fuhren, deutlich bemerkbar. Bei Würzburg standen insgesamt zehn verschiedene Akteure mit jeweils frischeren Beinen auf dem Parkett. Fast hätten die Gastgeber gar noch vom Gewinn des direkten Vergleichs träumen dürfen, doch zwei Dreier von Smith und Nic Schulwitz begruben diese Gedanken – wenngleich es für Herten nicht mehr zum gelungenen Comeback reichen sollte.
Trotz der Niederlage zeigte sich Boris Kaminski zufrieden: "Ich muss meiner Mannschaft ein großes Kompliment machen. Wir haben grade in der ersten Halbzeit das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben", so der Löwen-Trainer. „Die Würzburger sind in der Spitze und Breite hervorragend aufgestellt. Wenn man einen aus dem Spiel nimmt, steht sofort der nächste parat." Auch Baskets-Trainer Marcel Schröder honorierte die Leistung der Gäste: „Herten war taktisch sehr gut auf uns eingestellt, aber unsere Verteidigung hat uns im Spiel gehalten. Wir haben trotz des Rückstands weiter gut verteidigt und das Spiel dann über den Kampf gewonnen.“
(Junge Liga / JB)
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erstellt am 07.03.2010