Im Heimspiel gegen Karlsruhe bestimmten die Merlins weitgehend das Geschehen, versäumten es aber in den entscheidenden Phasen, den Sack zuzumachen, so dass es am Schluss unnötig eng wurde.
"A win is a win - ein Sieg ist ein Sieg" brachte Merlins-Coach Ingo Enskat nach der Partie die Dinge in gewohnter Weise kurz und knackig auf den Punkt. Um dann aber konkreter - und auch kritischer zu werden. "Wir haben so gespielt, wie in der letzten Woche trainiert. Manche Spieler glauben, wir stehen in der Tabelle jenseits von Gut und Böse, und damit hat es sich auch. Das stört mich ein bisschen!"
Verlebte einen offensiv eher ruhigen Abend: Mark McAndrew
Die wohl entscheidende Frage für den Coach im Vorfeld mochte gewesen sein, wer Karlsruhes Spitzenmann Rouven Roessler (Top 5 in der Werferstatistik) verteidigen sollte. Diese Aufgabe löste John Bynum, der die 40 Minuten komplett durchspielte mit Bravour. Er neutralisierte den BGler weitgehend und konnte sich selbst zudem als Topscorer in Szene setzen. Neben ihm fielen in der Offense zunächst noch Christian Imberi und Mike Zuiderveen auf, der allerdings rasch mit zwei Fouls belastet war.
Im zweiten Viertel bauten die Merlins ihren Vorsprung zwischenzeitlich auf elf Punkte aus, handelten sich zum Viertelende jedoch wieder einfache und vermeidbare Gegenkörbe ein. John Cadmus gelang ein erster Dreier (von drei).
Im dritten Viertel gaben die Korbjäger aus Crailsheim mächtig Gas, zogen zum Teil auf 13 Punkte davon, wozu in dieser Phase gleich sieben Spieler mit beitrugen. Außer zwei Dreiern erzielte Karlsruhe hier nur drei Feldkörbe. Es roch quasi nach Vorentscheidung. Doch im finalen Durchgang drehten die Badener den Spieß noch einmal um, punkteten von der Linie relativ sicher, und Jeremy Black (13) war immer wieder unter dem Korb erfolgreich zur Stelle. Neben ihm fiel der Bundesliga-erfahrene BG-Spielmacher Marco Grimaldi positiv auf.
Die Einheimischen, denen Cadmus mit zwei Dreiern nochmal Luft verschaffte, verloren zunehmend den Faden. In der Offense schoben sie bisweilen "die Verantwortung hin und her - bis auf John Bynum" (Ingo Enskat), um dann zum Teil die schlechtere Option zu wählen.
Prompt stand es sieben Sekunden vor Schluss unentschieden. Ausgerechnet John Bynum patzte dann zweimal an der Linie. Sean Brooks erkämpfte sich jedoch den Rebound, wurde gefoult und seinerseits an die Linie geschickt. Der erste ging daneben. Versuch zwei versenkte er - 81:80 und Schluss - nochmal gut gegangen für die Gastgeber.
Gästecoach Dr. Iavn Vojtko war insgesamt gesehen nicht unzufrieden mit der Vorstellung seiner Truppe. "In einem solchen Hexenkessel zu verlieren, ist keine Schande!"
Zum Schluss sorgte Ingo Enskat noch einmal für die nötige Bodenhaftung: "Die letzten sieben Spiele, die wir jetzt noch haben, sind kein Schaulaufen. Ich will bestmöglich abschneiden, und mir ist es nicht egal, ob ich Zehnter oder Elfter werde. Ich will keine Spiel abschenken, nur weil ein bisschen rumgeträumt wird!" Und er schloss mit einem Blick auf den kommenden Samstag: "Gegen Langen im nächsten Heimspiel möchte ich die Emotionen, die vom Publikum kommen, auch auf dem Feld sehen. Und wir werden besser spielen müssen als heute, um zu gewinnen". Deutliche Worte, für die der Coach in der VIP-Lounge spontanen Beifall erntete.
Spielfilm: 6:2 / 12:10 / 18:10 / 20:12 / 24:17 (1.V.)
29:21 / 31:24 / 37:26 / 43:39 / 45:41 (Halbzeit)
47:43 / 56:48 / 57:51 / 64:51 / 64:53 (3.V.)
66:55 / 74:62 / 80:70 / 80:80 / 81:80 (Ende)
Werfer: Crailsheim: John Bynum 20, John Cadmus 11 (3), Christian Imberi, Daniel Dörr je 10 (10 Rebounds), Johnny Reibel, Sean Brooks, Mike Zuiderveen 8, Jejuan Plair 2, Mark Mc Andrew 4, Femi Oladipo, Lucian Kieser.
Karlsruhe: Black 17 (1), Grimaldi 16 (2), Richardson 15, Roessler 14 (1)
(Quelle: Crailsheim Merlins)
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erstellt am 08.03.2010